Konzerte im Mai 2010
Sa. 08.05. – 20:30 Uhr: Angelika Niescier Quartet
Angelika Niescier (sax), Florian Weber (p), Sebastian Räther (b), Christoph Hillmann (dr)

Angelika Niescier
Jazz Echo 2010
„Die beste deutsche Jazzplatte der letzten 10 Jahre“ Jazz thing
www.angelika-niescier.de
So. 23.05. – 20:00 Uhr: Transit Room
Pierre Borel (a-sax), Samuel Blaser (pos), Karl Ivar Refseth (vib), Samuel Halscheidt (g), Andreas Waelti (b), Tobias Backhaus (dr)

Transit Room
Vom Bauchnabel nach Berlin
Es gibt tatsächlich immer noch ein paar Hinterwäldler, die New York nach wie vor für den Bauchnabel der Jazzwelt halten. Man schaue sich zum Beispiel die Liste der “Jazz Awards 2009” der “Jazz Journalists Association” an: Das ist ein Dokument, das von einem bornierten Provinzlertum zeugt und damit beweist, dass die Globalisierung des Jazz noch nicht überall gebührend zur Kenntnis genommen wird. Wer heutzutage wirklich wissen will, was im Jazz abgeht, kommt beim besten Willen nicht darum herum, ein bisschen in der Welt herumzureisen.
Erste Station: Berlin. Seit dem Mauerfall hat sich die neu-deutsche Metropole zu einem Hotspot der europäischen Jazzszene entwickelt: Hier geht es munter drunter und drüber und stilistische Grenzen werden weniger genau gezogen als anderswo, man spielt nicht nur nebeneinander, sondern auch durcheinander. Willkommen im “Melting Pot Berlin”.
Im Durchlauferhitzer
Berlin ist eine Art kreativer Durchlauferhitzer - und zwar für verschiedene Generationen. Die Ex-Avantgardisten Alexander von Schlippenbach und Ulrich Gumpert zeigen, dass auch in post-avantgardistischen Zeiten musikalische Brisanz steckt. Bands wie Der Rote Bereich oder Die Enttäuschung mixen Anarchie und Komplexität. Die Amis John Hollenbeck und Kurt Rosenwinkel bringen ihre modernistische Sophistication als musizierende Dozenten ein ... Und dann gibt es noch sehr viele junge, unentdeckte Musiker, die in diesem Klima aufblühen und aufregende Ideen entwickeln. Da lohnt es sich manchmal wirklich, genau hinzuhören.
Im Labyrinth
Um eine enorm spannende junge Berliner Band handelt es sich beim Sextett Transit Room, das vom Schweizer Bassisten Andreas Waelti ins Leben gerufen wurde. Die Band ist international besetzt (mit Musikern aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und eben der Schweiz) und verfügt über mehrere komponierende Köpfe. Bei Transit Room spielt der Team-Geist eine nicht zu unterschätzende Rolle, so muss man als Zuhörer nicht endlose Solo-Exkurse erdulden (hier sind Musiker am Werk, die gecheckt haben, dass die Zeit der heroischen 20-Minuten-Soli abgelaufen ist), sondern darf sich an der Potenzierung der Einzelpotenzen durch eine Vielfalt konzeptioneller Vorgaben delektieren.
Die Jazztradition wird hier nicht wie ein Fetisch behandelt, sondern bildet sozusagen das Fundament für einen labyrinthisch verschlungenen Transit Room, der von der Klarheit des Klassizismus zum wilden Dekonstruktivismus der Postmoderne führt.
TEKELI-LI
Transit Room schlagen auf originelle und überraschende Weise einen Bogen vom erotischen Schmus der Strayhorn-Balladen (inkl. sexy Sax-Vibratoren) zur Action-Abstraktion von Eric Dolphys «Out to Lunch» (inkl. flirrenden Vibrafon-Texturen), achten dabei aber stets darauf, dass die Musik nicht wie ein Echo aus fernen Zeiten, sondern wie ein aktueller, dringlicher Schrei (HURRA!!! oder TEKELI-LI!!!) klingt. Musikalische Versatzstücke werden nicht einfach clever collagiert, sondern derart zueinander in Beziehung gesetzt, dass sie sich gegenseitig befruchten und eine Art Meta-Musik im Vibrationszwischenraum erzeugen.
INFOTEXT: Tom Gsteiger
www.myspace.com/transitroom
Sa. 29.05. – 20:30 Uhr: The Markus Minarik Trio
Markus Minarik (voc,p), Alex Meik (b), Rick Hollander (dr)

The Markus Minarik Trio
Besetzung: Markus Minarik: Gesang, Piano, Orgel Alex Meik: Bass, Background Vocals Rick Hollander, Drums Magic Voice at the Piano!
Markus Minarik – den Namen muss man sich merken! Denn dieser Vollblutmusiker ist nicht nur ein virtuoser Pianist, Bandleader und Sänger in Personalunion, er verfügt auch noch über eine der ungewöhnlichsten Stimmen des Jazz: Rau, rauchig, bluesig wie kaum ein anderer Jazzsänger transportiert er seine Songs mit einem Timbre, das stellenweise an Tom Waits oder Dr. John erinnert und doch ganz anders ist. – Der Ausnahmesänger mit der markanten Stimme lässt seine erdigen Vokalisen mit Eleganz über das dicht gesponnene Netz aus Klavier, Akustikbass und Schlagzeug tänzeln und weckt ganz direkt die Emotionen des Zuhörers. Und immer wenn man denkt, man habe verstanden, was er zu sagen hat, wird man im nächsten Song mit einer neuen Facette seiner Ausdruckstiefe überrascht. Etwa von absolut stimmigen Jazz-Versionen bekannter Songs von Pink Floyd (Wish you were here), Jethro Tull (Locomotive Breath) oder Bob Dylan (Don’t Think Twice It’s Alright) oder von Minariks bemerkenswerten Eigenkompositionen.
Late Night Music!
Spätestens wenn man hört, wie das perfekt aufeinander abgestimmte Trio Titel des „Great American Songbook“ interpretiert, ist klar: Dies ist Musik für besondere Momente zu später Stunde. Songs wie „The Old Country“ oder „Body & Soul“ sind dermaßen stimmungsvoll dargeboten, dass man die Unrast des Tages mühelos abstreift und in einen entspannten Zustand hinübergleitet, um mit geschärften Sinnen der kunstvollen Interaktion der drei Musiker zu folgen. Music at it’s best!
www.trio-minarik.com
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