Konzerte im April 2010
Do. 08.04. – 20:00 Uhr: Fjoralba Turku Quartet
Fjoralba Turku (voc), Andrea Hermenau (p), Paulo Cardoso (b), Johannes Jahn (dr)

Fjoralba Turku
"Mit diesem besonderen Projekt möchte ich die Musik meiner albanischen Heimat mit dem Jazz unserer Zeit verbinden. Es ist eine Brücke zwischen den Kulturen des Okzidents und des Orients entstanden, auf der eine gleiche Sprache gesprochen wird. Auf spannende und kunstvolle Art hat diese Formation junger talentierter Musiker einen prägenden Klang erzeugt, der mit Weite, Sehnsucht, Tiefe, aber auch Bewegung, Rhythmus und Kraft assoziiert wird.“
Eigenkompositionen sowie moderne Arrangements tradierter albanischer Volkslieder von Fjoralba Turku und Andrea Hermenau wie auch aus dem Repertoire des Jazz (Charles Mingus, Mal Waldron) tragen durch ihre eigenständige musikalische Persönlichkeit zum charakteristischen Sound dieser Band bei.
„Andrea Hermenau (Etna, Harald Rüschenbaum u. a.), Benjamin Schäfer (max.bab, Das Rote Gras, Ballon Pilot u. a.) sowie Johannes Jahn (Claus Reichstaller, Gregor Hübner u. a.) spielen ohne Pathos und erzeugen eine offene Musik mit viel Reife, die mich als Erzählerin vieler Geschichten auf wunderbare Art trägt und frei fühlen lässt. Die Zuschauer sind verzaubert und wollen mehr davon …“
Traumton präsentiert das Fjoralba Turku Quartet mit seiner neuen CD "Joshua". Das Quartett wurde mehrfach erfolgreich besprochen, jazzthing, jazzethik etc (s. www.fjoralbaturku.de, presse). Etliche Radiosender (B4, B2, SWR (am 5. Februar, Miriam Buse), Radio Bremen etc) haben diese großartige Band vorgestellt. Die Besucherzahlen bei ihren Konzerten belaufen sich bei nicht weniger denn 100, die Resonanz ist umwerfend.
"Schon das Cover macht neugierig: Was steckt hinter diesem so anmutigen wie interessanten Gesicht? Auf jeden Fall eine markante Stimme, die schon nach kurzer Zeit ein unverwechselbares Profil offenbart. Dazu eine verschlungene Biografie, die das gesamte künstlerische Schaffen dieser jungen Frau prägt. Fjoralba Turku stammt aus Albanien und lebt heute in München. Ihr enormes Talent brach sich erst über Umwege Bahn: 2007 holte sie der Gitarrist Geoff Goodman in seine Weltmusikband Tabla & Strings. Schon damals steuerte Fjoralba eine persönliche Note bei, die nun auf "Joshua" klar in den Mittelpunkt rückt: die albanische Sprache. Mit weichem, violinähnlichem Timbre intoniert sie seltsam schöne Dinge, die niemand wirklich verstehen muss, um zu begreifen, dass sich hier jemand die Seele aus dem Lein singt. Es geht um Liebe, Glück, Trauer, Einsamkeit, natürlich auch in Englisch, im klassischen Pianotrio, aber immer in dieser besonderen Atmosphäre und mit dieser rhythmischen, klangmalerischen Eigenheiten. So sanft ihre Erscheinung wirken mag, so überbordend sind ihre Kraft, ihre emotionale Tiefe und der eigene Ton ihrer Musik. Fjoralba Turku: ein Name, den man sich unbedingt merken sollte." (rk)
Jazzthing, 2/2010 CD der Woche
"So zart und zerbrechlich klingt ihre Stimme, dass man Fjoralba Turkus CD ganz vorsichtig wieder aus dem Gerät nimmt. Nötig ist das bestimmt nicht, denn die junge Sängerin hat längst gelernt, sich durchzusetzen. lm Alter von neun Jahren wurde sie von ihren Eltern aus ihrer Heimat Albanien nach Deutschland geholt, später machte sie sich bei Tabla& Strings einen Namen. Ihr eigenes Quartett verschmilzt nun auf eigentümliche Weise Jazklassiker und albanische Volkslieder. Bruno Martinos "Estate", Charles Mingus' "Eclipse" oder Mal Waldrons "Seagulls of Kristiansund" - zu dem Turku einen eigenen Text geschrieben hat - werden behutsam balkanisiert und erhalten mit dem "klassischen" Jazz- Instrumentarium eines Piano-Trios ganz neue Klangfarben. Pianistin Andrea Hermenau hat einen ganz leichten Anschlag und klingt dennoch unerbittlich und insistierend, Bassist Benjamin Schäfer entlockt seinem Instrument agile Phrasen und lockere Grundierungen und Johannes Jahn folgt "europäischen" Jazz-Größen wie Jon Christensen und Aldo Romano, was Sensibilität und Becken-Einsatz angeht. Doch es ist natürlich Fjoralba Turkus Stimme, die ihre Band einzigartig macht und das albanische Erbe, das sie in ihre Musik einbringt. Zwei eigene Songs hat die Sängerin beigesteuert: Da ist einmal der federleichte Titeltrack, ihrem Sohn gewidmet, und dann die Ballade "Beautiful Man", die sie a cappella singt. Und dann hat sie noch eine Perle eines großen britischen Singer/Songwriters in ihr Universum herübergeholt: "Rivermann" von Nick Drake hat schon immer genug schwebend Atmosphärisches gehabt, um den Song für Jazzmusiker interessant zu machen. Fjoralba Turku beweist mit ihm zugleich ihre Fähigkeit für delikaten Pop."
Jazzthetik, 2/2010, Rolf Thomas
www.fjoralbaturku.de
Di. 27.04. – 20:00 Uhr: Oddjob
Goran Kajfes (tr), Per "Ruskträsk" Johansson (sax), Daniel Karlsson (p),
Peter Forss (g), Janne Robertson (dr), Johan Lindström (g)

Oddjob
Bei Oddjob steht die Band mit ihren klanglichen Möglichkeiten und nicht der Einzelne im Mittelpunkt. Die ausgewählten Kompositionen auf Clint bieten diesem versierten Quintett vielfältige Möglichkeiten, Stimmungen und Gefühle musikalisch auszuloten und visuelle Vorlagen in eine andere Kunstform zu übertragen. In einer Ballade wie dem „Theme From Pale Rider“ ist die Einsamkeit des „namenlosen Reiters“ genauso spürbar wie der Wahnsinn des Killers in „Scorpioûs Theme“ aus „Dirty Harry“. In der Gegenwart gibt es keine Band, die so klingt wie Oddjob, in der Jazzgeschichte ist sie am ehesten mit Herbie Hancocks Mwandishi-Band aus den frühen 70er-Jahren zu vergleichen. Oddjob hat den von Funk und Soul geprägten Jazz-Sound dieser Periode in die Gegenwart zurückgeholt und bemerkenswerte Klangfarben für seine neuen Interpretationen gefunden. Clint steht als Album für sich allein, doch es macht auch Lust, sich wieder einmal mit den frühen Kinowerken von Eastwood zu beschäftigen. Goran Kajfes nennt noch einen weiteren gewichtigen Grund, warum Oddjobs Wahl auf Eastwood fiel: „Es gibt eine fast zwangsläufige Verbindung, denn Clint Eastwood ist ein riesengroßer Jazzfan.“
Fünf Buchstaben, ein Wort und man weiß sofort, wer gemeint ist: Clint steht für Clint Eastwood. Das schwedische Jazz-Ensemble Oddjob bringt damit in aller Kürze auf den Punkt, worum es in ihrem neuen Album geht: Um Musik aus den Filmen mit diesem großen Schauspieler, Regisseur und Komponisten. Eastwood feiert im Jahr der CD-Veröffentlichung seinen achtzigsten Geburtstag, und Oddjobs Clint ist eine respektvolle Hommage an diesen berühmten Schweiger und Einzelgänger. Die Idee zu dem Album entstand aus Gesprächen zwischen den fünf Musikern aus Stockholm und ACT-Labelchef Siggi Loch. „Wir haben vier Alben mit unseren eigenen Kompositionen veröffentlicht und wollten nun eine Platte machen, die unter einem Thema steht. Am Ende der Gespräche haben wir uns für Clint Eastwood und Musik aus seinen Filmen entschieden. Es ist leichter, diese Kompositionen mit unserem typischen Sound zu bearbeiten, als sich noch eine weitere Version eines berühmten Jazz-Standards vorzunehmen“, sagt Goran Kajfes, Trompeter von Oddjob.
Der 1970 in Stockholm geborene Kajfes verfügt selbst über einige Erfahrungen im Umgang mit Filmmusik, denn er hat unter anderem Scores für den Dokumentarfilm „The Well“ und das spanische Drama „Hoy no se fia, manana si“ geschrieben. Als Komponist war Kajfes für Clint jedoch nicht gefordert, denn Oddjob benutzten ausschließlich Vorlagen von Ennio Morricone, Lalo Schifrin, Lennie Niehaus, Ron Goodwin sowie ein Stück von Eastwood. Oddjob haben vor allem Kompositionen aus den frühen Werken des Filmhelden ausgewählt. „Wir haben die Musik aus allen Perioden unter die Lupe genommen, doch die 60er und 70er Jahre haben uns stärker inspiriert als spätere Aufnahmen. Oder um es anders zu sagen: Diese Musik klingt einfach am meisten nach Oddjob!“
Eine Aussage, die nicht erstaunt, wenn man sich Oddjobs vorherige Alben anhört. Seit sich Kajfes, Johannson, Robertson sowie Bassist Peter Forss und Pianist Daniel Karlsson 2002 zusammengefunden hatten, hat die Band daran gearbeitet, einen zeitgemäßen Ausdruck für Jazz-Rock zu finden – ein Genre also, das in den 60er- und 70er-Jahren seine Blüte erlebte, aber später zu einer reinen Zurschaustellung von Virtuosentum verkam.
www.oddjob.cd
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