Konzerte im Oktober 2009




Anke Helfrich Trio feat. Peter Weniger
Mi. 14. Oktober 2009 – 20.30 Uhr
Anke Helfrich (piano), Dejan Terzic (drums), Dietmar Fuhr (bass), Peter Weniger (sax)

anke helfrich
Anke Helfrich Trio


Jazz, 01/2009 | Matthias Schneider
Anke Helfrich - "Stormproof"

Anke Helfrich ist eine Ausnahmemusikerin, nicht allein weil sie sich in der männerdominierten Jazzwelt durchgesetzt hat und akzeptiert wird. Es ist insbesondere ihr dynamisches und swingendes Pianospiel, in das sie harmonische und melodische Überraschungen so virtuos einflicht, und dadurch dem Jazz neue Impulse gibt.

Auf ihrem dritten Leader-Album "Stormproof" präsentiert die Pianistin neben Interpretationen von Kurt Weill und Thelonious Monk Stücken vornehmlich Eigenkompositionen. Als Hommage an Monk, der ihr facettenreiches Spiel am stärksten geprägt hat, wählte Helfrich sein legendäres "Hackensack" als Eröffnungsstück des Albums aus. Ihr Trio, zu dem der Bassist und Cellist Henning Sieverts sowie der Schlagzeuger Dejan Terzic gehören, verleiht dem Jazzklassiker selbstbewusst und kunstfertig eine neue, ganz persönliche Note. Darüber hinaus ist die Interpretation ein Beleg für Helfrichs Interesse am traditionellen Jazz, befreit vom Original, bisher Verborgen gebliebenes herauszuarbeiten. Der Ausnahmeposaunist Nils Wogram verfolgt einen ähnlichen musikalischen Ansatz, und so unterstützt er das Trio nicht nur bei Livekonzerten, sondern ebenso bei der Einspielung von "Stormproof". Bei dem gleichnamigen sehr frei gehaltenen Titelstück tritt das Trio in einen impulsiven Dialog mit dem Gastsolisten, der offen legt, wie perfekt die Musiker harmonieren und eingespielt sind. Es ist Anke Helfrichs Spielfreude, ihr Experimentieren mit Gegensätzen, das "Stormproof" zu einem sowohl sehr kraftvollen als auch sensiblen, aber vor allem lebendigen und swingenden Jazzalbum macht.

> Anke Helfrich

> Dejan Terzic



Jef Neve TrioSa. 24. Oktober 2009 – 20.30 Uhr
Jef Neve (piano), Teun Verbruggen (drums), Piet Vebist (bass)

Jef Neve
Jef Neve

Er bringt alles mit, was es für die Königsdisziplin des Trio-Jazz braucht: Er ist ein atemberaubender Pianist, sein Spiel verbindet melodiöse Themen mit kraftvollen, hypnotischen Rhythmen. Als Komponist überzeugt er mit ungewöhnlichen Themen, mal abstrakt und fordernd, mal sanft und poetisch - und er schaut über den Tellerrand des Jazz hinaus. Seit rund vier Jahren spielt Neve mit dem Bassisten Piet Verbist und dem Schlagzeuger Teun Verbruggen im Trio zusammen.“
“Soul in a picture“ heißt das die jüngste Veröffentlichung, und gehört zu dem Bemerkenswertesten, was die europäische Jazzszene derzeit zu bieten hat. Das Trio spielt seit gut vier Jahren zusammen und braucht sich vor Größen wie dem legendären und leider verstorbenen Esbjörn Svensson nicht zu verstecken. Eine starke Inspiration von Jef Neves Spiel ist auf seine klassische Ausbildung zurückzuführen. Bachs Motivverarbeitungen bieten Anleihen für die Melodieentwicklung und den Klang bei Neve, ebenso die überaus sensible und gelungene Dynamik der Arrangements. Äußerst detailliert achtet das Trio darauf, Melodien fließen zu lassen, sie während des Spiels zu gestalten ohne dabei auf minutenlange Improvisationseinschübe zu pochen. Trotzdem ist die Virtuosität der Musiker in jedem Takt hörbar. Sie spiegelt sich in der exzellenten, stets atmenden Entwicklung der Musik wieder.
Das jüngste Album “Soul In a Picture” erschien 2008 bei Universal Music wetweit in 24 Ländern. Die Presse überschlug sich mit Lob:

-JazzMan magazine : « SPECTACULAR. His previous album had enchanted the critics and was crowned with a “Choc” Jazzman. “Soul in a Picture” hits the nail right on the head and confirms all our expectations. »

-Times Online : “If Neve had been born somewhere jazzily iconic such as Chicago or New Orleans he would already have been fêted as the hottest new pianist on the block.”


Jef Neve ist ein Meister, egal was an abstrahierenden Vorgaben er seiner Truppe verordnet. Egal ob Tempowirrungen, aberwitzig perlende Läufe, abrupte Wechsel – immer ist er Herr des Geschehens. Ein Erfinder gar, ein Innovator, der seine klassische Klavierausbildung “cum laude“ abschloss.






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