Sebastian Studnitzky Trio– Do. 12. Februar 2009 – 20.30Uhr
Sebastian Studnitzky (p), Paul Kleber (b), Sebastian Merk (dr)

Nach den unzähligen Touren und Festival-Auftritten in aller Welt hat sich der Multiinstrumentalist jetzt die Ruhe genommen seine eigene Musik zu formulieren. Und ihm ist ein wunderbar eindringliches Album gelungen, das den schlichten Titel "TRIO" trägt, und seine besonderen Fähigkeiten auf den Punkt bringt. Die Jazzkritiker und Feuilletons sind begeistert.
"Hier musiziert ein ganz Grosser, der es hörbar nicht nötig hat irgendetwas zu beweisen". (PZ)
"Ein wundervoll eingarnendes Stück Musik, gänzlich unaufgedreht, eingängig, soft, luftig, souverän. (...) Das Einfache, das schwer zu machen ist. (...) Hier ruht einer in sich." (Saarbrücker Zeitung)
Die lustvoll kreative Suche nach organischen Klangfarben und -mustern hat sein Spiel geprägt. Es geht ihm mehr um Reduktion bzw. um die Bildung aussagekräftiger Destillate als darum, so viele Noten wie möglich in ein Solo zu pressen.
"Ich stehe darauf", so Sebastian Studnitzky, "wenn alles etwas schlichter daherkommt. Ich möchte lieber die Musik und die Musiker sprechen zu lassen und auf das plakativ Spektakuläre zu verzichten."
Sein offenes und nachvollziehbares Triokonzept schlägt mühelos die Brücke zum Publikum.
"Die klaren Melodienlinien und einfachen, bzw einfach klingenden Song-Strukturen bleiben hartnäckig im Gehörgang hängen, die Sounds der luftigen Trompete oder die geschmackvollen Klavier-Voicings klingen noch lange nach." (Jazzthetik)
Hier wird das Beste von Jazz und Pop miteinander verbunden - riskante organische Soli und aktuelle luftige Grooves, songdienliche Kreativität und hookige Abstraktionen.
"...getragen und vorgetragen von einer fantastisch abgestimmten Band mit Herz und Seele" (BNN)
> Sebastian Studnitzky
Phon B feat. Hanna Klötzer – 21. Februar 2009 – 20.30 Uhr
Harald Schneider (sax), Bernd Settelmeyer (dr), Kurt Holzkämper (b),
Hanna Klötzer (voc)

... Große Musik, sympathisch virtuos gespielt. Ein aufsehenerregendes Debüt von Phon B feat. und Hanna Klötzer. (Record Release Kritik)
... Leonberg. Zum Abschluss der Pfingst-Kulturtage in der Lahrensmühle hat es vielleicht die Geburtsstunde einer neuen deutschen Jazzrichtung gegeben: Phon B feat. und Hanna Klötzer begeisterten mit an Keith Jarrett erinnernde Klangfarben.
Wo soll man beginnen, wenn man solchermaßen überrascht und fasziniert wird wie am Montagabend, als Phon B feat. und Hanna Klötzer auf Einladung der Christian-Wagner-Gesellschaft zu Gast sind. Beschaulich romantisch liegt sie da, die Lahrensmühle. Und so wurde auch die Band im Programm angekündigt. Begriffe wie "poetisch deutsche Texte", "behende Geister" und "Roadmovie-Grooves" erweckten die Erwartung auf Teezirkel, Räucherstäbchen oder bestenfalls kitschig-naive Western Songs. Jedenfalls nicht auf das, was dann kam: hochprofessioneller, virtuos gespielter, sehr emotionaler, trotzdem dichter und durchaus auch "harter" Jazz.
Eigentlich sollte die erste CD mit selbst gemachten Songs unter dem Titel "Warte hier" am Montagabend präsentiert werden. Aber es wäre keine rechte Jazzband, wenn dies planerisch so geklappt hätte. Vermisst hat die Scheibe zunächst niemand, doch am Schluss des Konzertes hätte man schon gerne ein Exemplar mitgenommen. Denn wiewohl live gespielte Musik immer besser anzuhören ist, lässt sich das, was Phon B feat. und Hanna Klötzer zu bieten haben, mit Sicherheit auch als CD bestens an. Auf deren tatsächliches Erscheinen kann sich die Jazzwelt daher schon jetzt freuen.
Mit "Reisefieber" beginnt der Abend. Saxofon-Tupfer (Harald Schneider) begleiten wunderbar geschmackvolle und intelligente Texte. Sprechspiele und Wortimprovisationen wechseln sich mit perfekt gespielten Instrumentalsoli ab. Gleich zu Beginn zeigt sich die Phon-B-Musik als ein durch den Bauch gehender, zum Verlieben schöner Jazz. "Geisterstunde" etwa ist keine verkitschende Schlagermusik, sondern eine Traumkomposition mit impressionistischem Flair. Dank sinfonischer Klänge und Kompositionselemente oder langer Modulationsläufe verlassen die Werke mühelos den Statuts eines einfachen Songs. Virtuose Instrumentalisten erzeugen archaische Klänge.
Nicht nur im Stück mit dem Titel "Du selbst" zeigt sich Hanna Klötzer als Jazzsängerin mit herausragendem Stimm- und Klangfarbenpotenzial und mit der Fähigkeit, intelligente Texte zu schreiben. Und "Eine Entdeckung" ist der Song gleichen Titels in der Tat. Wie gelingt es, einen solchen Reichtum an Klangfarben ohne Synthesizer zu erzeugen? Eine wahre Unplugged-Wohltat in elektronischer Zeit. Eine dramaturgische Wohltat ist auch das Einstreuen von rein instrumentalen Trioteilen. Sie bringen sehr rhythmischen, temperamentvollen und nach dem Gesangssentiment fast schon harten Jazz in den Abend. Mit den Kompositionen "Vier-Drei-Drei" und "Sternbild" des Schlagzeugers Bernd Settelmayer geht es in die Pause.
Und mit "Warte hier" und "Wassertropfen" anschließend weiter. Programmmusik mit einem wassertröpfelnden Schlagzeugbeginn, herrlich weiterwässernd im brillant gespielten Bass (Kurt Holzkämper), sich abwechselnd mit sängerisch zungeschnalzenden Elementen. In "Ismael", dem einzig nicht selbst gemachten Titel, begeistern dann virtuose Saxofonsoli und orientalische Klangfarben mit den Schlaginstrumenten, die spannungsvoll durchinterpretiert sind.
Die Höhepunkte, an diesem an Höhepunkten reichen Abend, sind die Titel "Irrentanz" - mit einem tatsächlich "irren" Schlagzeugsolo im Wechsel mit "irrwitzigen" Bassläufen - und "Andere Richtungen", witzig-slapstickartige Musik pointiert bis an die Grenze ausgelotet. Die "Ballade der Königin" und zum Abschluss "Wir trotzen der Distanz", ein (Lob?-)Lied auf die Fernbeziehung, beenden diesen grandiosen Abend. Fein, fast etwas ironisch arrangiert, das "La Le Lu" als Zugabe.
Es steht nur zu "befürchten", dass bei dieser Band- und Musikqualität die Fernbeziehung weiteren Belastungen ausgesetzt sein wird. Denn "Phon B feat. und Hanna Klötzer" sind ein Ensemble von Spitzenmusikern mit Karrierepotenzial. So ist denn auch Mühlenbesitzer Thomas Lautenschlager mit dem Jazzabend zufrieden, ebenso wie mit den beiden vorangegangenen Kulturtagen in seiner Lahrensmühle. Allerdings sei der Andrang insgesamt, also auch bei den Ausstellungen, nicht ganz so groß gewesen wie im vorigen Jahr. Wobei bis auf den ersten Abend, an dem er sich mehr Publikum gewünscht hätte, alle Veranstaltungen ausverkauft gewesen seinen. Lautenschlager führt die etwas entspanntere Situation auf das schöne Wetter zurück, das viele an den Pfingsttagen ins Freie gezogen habe. (Leonberg, Wolfgang Albrecht)
>Bernd Settelmeyer
Giovanni Mirabassi Trio – 28. Februar 2009 – 20.30 Uhr
Giovanni Mirabassi (p), Gianluca Renzi (b), Leon Parker (dr)

Könnte man den Inhalt dieser CD schlucken oder anderweitig seinem Körper verabreichen, würde diese Musik glatt unter das Betäubungsmittelgesetz fallen – denn: "Terra Furiosa" macht süchtig. Hört man das Album dieses Trios einmal, dann hört man es auch zweimal ... und so kann es passieren, dass es gleich zehnmal hintereinander läuft.
Woran das liegt? Möglicherweise ist der Grund ganz einfach: dieses Trio scheint die perfekte Harmonie für sich gepachtet zu haben. Die Stücke dieses Albums steigern sich von Anfang bis Ende, von schön zu schöner, von beschwingt zu dynamisch, von gut gelaunt bis ausgelassen. Mit Gianluca Renzi am rhythmisch bewegten Kontrabass und Leon Parker an den sanft-akzentuiert gespielten Drums hat Giovanni Mirabassi zwei offensichtlich wunderbar engagierte Mitstreiter gefunden. Auch wenn es sich für viele hier um lediglich "noch ein weiteres Klaviertrio" handelt, wird bei dieser Musik die Instrumentierung – bei allem technischen Können – nahezu nebensächlich.
Was zählt ist die Ruhe im Moment des Spielens und Aufnehmens, die Freiheit, die Gedanken und Klänge fließen zu lassen – und das ist mit jedem erdenklichen Musikinstrument möglich. Der Sommer ist gerettet, die Leichtigkeit des Seins und Daseins auch. "Terra Furiosa" auflegen und sich auf Mirabassis musikalisches Territorium begeben reicht, damit die Hitze erträglich wird und das Drückende verliert.
(Carina Prange)
> Giovanni Mirabassi
