Aaron Vidal – Flirt im Freibad: Der Bademeister

Reutlingen: 11. September - 19. Oktober 2008
Berlin: 9. Oktober - 16. November 2008


Was man auf jeden Fall – sofort – auf den ersten Blick sagen kann: Aaron Vidal interessiert sich für Autos und für Frauen – in welcher Reihenfolge ist noch nicht gesichert – dass diese beiden Themen aber eine zentrale Rolle in seinem Werk spielen, ist deutlich an den großen Wandarbeiten sichtbar.

Stellt sich die Frage – reduziert sich das Interesse des Künstlers Vidal auf diese Thematas, bleibt es Dabei? Die Ästehtik der Bilder sind uns bekannt - Aaron Vidal nutzt Zeitdokumente in Form von Zeitschriften aus den 60er und 70er Jahren. Diese sammelt er obsessiv und gezielt, daraus zieht er einen großen bildnerischen Teil seiner Kompositionsentscheidungen. Vidal durchforstet Zeitschriften und bleibt, je nachdem, welche Assoziationen und Gedanken sein momentanes aktuelles Leben beherrschen an Bildeindrücken hängen, die sich im beim Blättern aufdrängen. Er entwickelt eine Bildcollage. Diese Bildcollage nutzt das bildnerische Potential der damaligen Zeit. Zum einen sind es Photographien, die aus heutiger Sicht Geschichte repräsentieren (das Kennedyattentat ist unter anderem immer wieder Thema der Bildauswahl von Vidal). Im weiteren spielt Vidal mit den Versprechungen, den zwischenmenschlichen Spielarten und dier scheinbaren Sorglosigkeit, die in dem Medium Werbung immanet sugerriert wird.

Vidal collagiert - heutige Realität im Gemüt – erlebtes Leben in Erinnerung – historisches Material als Basisrohstoff. Sein erzählen von Geschichten beginnt. Ein Bild – ähnlich einer Buchseite oder eines Kapitels eines großen Romans, eines übergeordneten Zusammenhanges. Vida stellt Personen in neue Zusammenhänge. Ist die Person im Original Trägerin einer Werbebotschaft, kann sie im collagierten Bild plötzlich als Objekt der Begierde auftreten, als Souverän der Situation oder auch als Opfer von Sinnzusammenhängen werden. Tina Lüers sagt über ihn: Aaron Vidal gehört zu den Malern, die Mut zur Gestalt, zur Gegenständlichkeit und zum Menschen beweisen – wie auch Mut zur Geschichte und Fiktion. Im hyphotetischen der Szenen und in deren großen Emotionalität verdichtet sich der Freiraum der Bilder. In den leichten federfüßigen Darstellungen Vidals enstpinnt sich die mediale Bildersprache einer vergasngenen Zeit einmal mehr und führt sie gleichzeitig in einen zeitlosen Zustand über.

Nivea als runde Form, strahlendes blau und zeitloses Image – von unsern Eltern schon verwendet und von unseren Kindern benutzt. Nivea füllt heute noch die Supermarktregale und taucht nicht nur als Creme , sondern auch als bildnerisches Element in unserem Altag auf – spätestens auffällig dann auf der eigenen Badeablage.

Vidal nimmt Personen aus ihren eigenen Bildzusammenhänge und stellt sie in völlig neue Zusammenhang einer erweiterten, von ihm bestimmten und komponierten Realität. Er schreibt, klebt malt Geschichten, die in seinem Kopf, sei es aus Erinnerung, sei es aus Traum, sei es aus gedachtem, erwünschtem entstehen. Bis in kleinste nachvollziebare Verästelungen sind in den Bildern nachweisbar, angelegt ähnlich einer Buchseite, einem Kapitel. Jedes Bild beschreibt einen ureigenen Seins- und Sinnzusammenhanng. Das faszinierende dabei, die Möglichkeit des Geschichtenschreibens steht für jeden Betrachter neu offen. Die Geschichte Vidals ist die eine, die Geschichte des Betrachters in der Regel eine andere. So sind die Assoziationen eines jeden unterschiedlich, sieht er einen Porsche, einen Audi, einen VW, einen Mrcedes, eine historische Szene (z. B. Kennedyattentat), eine Frau – schwarz -

Vidal erzählt aus seinem Leben, aus dem Leben seiner Generation – aus dem Leben eines Spaniers in Deutschland – Ein Springer zwischen den Welten. Erinnerungen und Aktualitäten, eine Gemenge aus beidem – gemischt mit Wertvorstellungen eines Spaniers und der Konfrontation der Hamburger Reeperbahn, der Wohnadresse von Aaron Vidal.

In Spanien fest etabliert im Kunstmarkt, seit Jahren vertreten durch den einflussreichem Galeristen Ferran Cano aus Barcelona und so auf wichtigen Kunstmessen präsent, zuletzt auf der Art Cologne. In Deutschland auf dem Weg ins Bewußtsein und an die Wände der Galerien und Sammlerszene.

Vor etwa einem Jahr zeigten wir Aaron Vidal in einer Gruppenausstellung mit Nina Roth – sein Erfolg damals und die Macht seiner Bilder haben uns nicht zögern lassen, in per Handschlag näher an uns zu binden, im Oktober zeigen wir seine Bilder in unserer Galerie in Berlin und ende Oktober ist er mit dabei auf der Messe in Berlin.

Sein Weg ist vorgezeichnet – unser Anliegen ist es – mit dabei zu sein – weil: Der Weg kann nur ein Weiterschreiten sein auf der Wahrnehmungklaviatur der Gegenwart, mit klaren Hinweisen bezüglich der Zukunft.

Marken stechen hervor, die Frage taucht auf aus welchem Grund diese oder jene marke verwendet wird – ist es die Farbe, die entscheidend die Auswahl beeinflusste, die Form oder das Image, das die Marke transportiert? Oder von allem ein bißchen?

 

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   ·Galerie Festl & Maas


 · ·Einführung